Krakau

3 09 2009

Tach! Müde von einem weiteren schönen aber anstrengenen Tag in Budapest, wollen wir jetzt endlich mal dazu kommen, Euch von Krakau zu erzählen!

LiegewagenAn unserem ersten Tag haben wir nicht viel geschafft. Die Reise in unserem Deluxe-Liegeabteil (siehe Foto) hinterließ bei Anna das tiefsitzende Bedürfnis, mehrere Mittagsschläfchen einzulegen. Trotzdem haben wir einen Spaziergang durch die Stadt gemacht und dabei einen ultra-leckeren Räucherkäse auf einem Antik-Markt gegessen. Abends haben wir ein Doppelzimmer genossen, das wir uns hatten leisten… müssen, denn alle Mehrbettzimmer waren belegt gewesen. Macht nichts!

Spendenbox

"CRACOVIA TOTIUS POLONIAE URBS CELEBERRIMA"

Nach unserem Umzug ins Zwölfbettzimmer am nächsten Tag haben wir eine touristische Tour durch die Stadt gemacht. Auf dem Wawel-Schloss lernt man nicht nur in lateinischen Inschriften auf Spendenboxen, dass Krakau die schönste Stadt in ganz Polen ist (siehe Foto), sondern hat auch einen tollen Blick auf das Umland. Übrigens: Schonmal einen moldauischen 1 Leu-Schein gesehen? Wir jetzt schon!

Abends machten wir den Fehler – bitte nicht falsch verstehen, die Völkerverständigung ist unter Backpackern in vollem Gange, aber manche Vorurteile bestätigen sich – uns auf die Planungssicherheit einiger Italiener zu verlassen. Sie führten uns vier Kilometer in die Innenstadt und über die Innenstadt hinaus zu einem coolen Club, wo… leider am Tag zuvor ein Konzert und an diesem Tag geschlossen war. Trotzdem haben wir noch einen coolen Abend in einem Irish Pub verbracht (den schließlich ein Deutscher gefunden hat).

Am nächsten Tag sind wir nach Oświęcim (auf Deutsch Auschwitz) gefahren. Die ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz (Auschwitz I) und Birkenau (Auschwitz II) zu besuchen ist eine bedrückende Erfahrung. Vieles, das den meisten Besuchern unbekannt sein dürfte, wird dort gezeigt und berichtet. Besonders eindrucksvoll sind etwa ein Raum mit mehreren Zehntausend Schuhen, oder ein Raum mit dem aufgetürmten Haar von mehr als 120.000 kahlgeschorenen Menschen.

Birkenau

Ruinen in Auschwitz-Birkenau. Jeder backsteinerne Schornstein steht für eine nach dem Krieg abgerissene Holzbaracke für jeweils einige hundert Häftlinge.

TuchhallenEin leichtherzigerer und ein sehr schöner Ort sind die Tuchhallen von Krakau, in einem prunkvollen Gebäude mitten auf dem zentralen Marktplatz der Stadt. Hier haben wir nach Herzenslust nach Souvenirs geshoppt – im Klartext also, uns wie gute Touristen Ramsch und Nippes zu lustigen Preisen andrehen lassen.

Eine polnische Besonderheit möchte ich noch zeigen. An jedem Gebäude – ich habe in ganz Krakau vielleicht ein Dutzend Ausnahmen gesehen – ist das Logo einer privaten Sicherheitsfirma und der Hinweis, dass dieses Gebäude (oder sogar diese Markthütte) vonRoboter dieser Firma “geschützt” wird. Ab und an sah man auf der Straße in der Nähe solcher Gebäude – allerdings nur der großen und teuren – tatsächlich ein paar armselige Schutzfiguren herumstehen, die mehr wie ABM-Kräfte denn ausgebildete Sicherheitsleute wirkten. Einen widerlichen Auswuchs dieses “Sicherheits”-Fimmels möchte ich hier zeigen: Einen mit einer Kamera ausgestatteten Roboter, der über einen öffentlichen Platz zwischen dem Hauptbahnhof und der angeschlossenen Einkaufspassage herumfuhr. Hätte ich ein solches Gerät in Deutschland gesehen, wäre ich die Wände hoch- und wieder runtergelaufen. Eine private Firma, die beliebige Videoaufnahmen von beliebigen Menschen macht, die sich nicht einmal in einem der geschützten Gebäude befinden, und diese Aufnahmen wahrscheinlich noch speichert! Das ist so dermaßen falsch, dass George Orwell sicherlich bei etwa 5.000 Umdrehungen pro Minuten in seinem Grab angekommen ist.

Zum Schluss gibt es aber doch noch etwas Schönes! Wir zeigen euch ein Schlemmer-Menü, das wir aus einer polischen Leckereien-Stube für sagenhafte 12 Złoty bekommen haben. Das sind weniger als drei Euro, liebe Freunde und Verwandte!

Backwaren

Ein Sahneschiffchen, zwei Walnuss-Rumkugeln (eher Wodkakugeln) und eine Banane mit Schokoladenüberzug, Schoko-Sahnebett und Bizetboden.





Krakau: Polnische Besonderheiten

29 08 2009

Moin! Da wir in Krakau noch nicht alles gesehen haben und erst morgen Nacht nach Budapest fahren, gibt es heute für Euch eine Fotostrecke mit kleinen Besonderheiten, die uns in Polen begegnet sind.

Büffelbier

Bier mit Tier: Dieses Bier gibt's im polnischen Supermarkt. In Prag hatten wir schon eines mit einer Ziege auf dem Etikett. Es gibt auch ein polnisches mit einem Dackel - mal schauen, ob wir's noch finden. Man bemerke übrigens die Füllmenge!

Gulasch-Chips

Schonmal Chips mit Gulasch-Geschmack gehabt? Außerdem gesehen: Kebab-Chips.

Schildermann

Wir haben uns gefragt: "Ist das ein Job?" Die Antwort ist: Ja, das ist ein Job. Dieser Mann geht, wie einige andere in der Innenstadt, der Aufgabe nach, ein Schild zu halten. Der Fairness halber: Heute haben wir seine Dienste genutzt (als wir die Info suchten).

Suppe im Brot

Lustig wie auch lecker: In solchen "Brottöpfen" gibt es hier Suppe. Der Deckel, ebenfalls aus Teig, ist in diesem Bild schon gegessen! Dieses Gericht hatten wir auch schon in Prag gesehen.

Bagelfrau

Spottbillig und lecker! Für maximal 1,50 Złoty (weniger als 40 Eurocent) gibt es hier große, leckere Bäckereiprodukte. Es ist in Krakau fast unmöglich, 500 Meter zu gehen, ohne auf eines dieser Wägelchen zu stoßen.

Zum Schluss habe ich noch eine Besonderheit, die wohl nur auf so improvisierten Reisen wie der unseren zu finden ist: Eine Wäscheleine aus einer Schnur, die zwischen den oberen Teilen zweier Hochbetten gespannt ist. Ich bedanke mich an dieser Stelle herzlichst für Lauras Tipp vor unserer Reise: “Nehmt Schnur mit! Das ist das Nützlichste überhaupt!”

Wäschegelöt








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