Wien: Der Große Zangenangriff

26 08 2009
wiebke+nils

"Gruppe West": Wiebke und Nils

Von den drei Teans, die am Großen Zangenangriff auf Wien beteiligt waren, waren Anna und ich als “Gruppe Ost” zuerst am Zielort. Gruppe Nord (bestehend aus Kreipe als Mastermind, Morten und Gitti) verspätete sich in der Ankunft mit dem Auto um zwei Tage gegenüber dem Schlachtplan. Zum Glück konnten wir schon bei Oleg+Boleg (bürgerlich Oliver und Gernod) unterkommen, die im Nordosten Wiens an der Donau wohnen. Dort haben wir am ersten Abend mit den beiden und ihrem Besuch getrunken und gefeiert.

Das Schnitzelhaus (Symbolfoto)

Am nächsten Tag haben wir von dort zu einer empörenden Uhrzeit (nämlich vor 10:00 Uhr) Gruppe West abgeholt. Zum Früstück (irgendwann am frühen Nachmittag) sind wir zu einem Fast Food-Laden namens “Schnitzelhaus” gegangen, der ausgezeichnete Wiener Schnitzel verkauft. Bei dem Versuch, sich einen zweiten Schnitzelburger zu besorgen, ist Gruppe Nord nur knapp dem sicheren Tod in einer gigantischen Explosion entronnen. [Die vorangegangene Aussage könnte leicht oder extrem übertrieben sein.] Eine Stichflamme schoss aus einer der Friteusen hoch, und der Friteusenfahrer tat das Allerletzte auf dieser Welt, das einem Friteusen bedienenden Menschen jemals passieren darf. Er schüttete einen Eimer Wasser in die brennende Friteuse.

Ich möchte das an dieser Stelle betonen: Der Mann, dessen Beruf es ist, mit einer Friteuse umzugehen, hielt es für eine richtige Vorgehensweise, zur Bekämpfung eines Fettbrandes in dieser ihm anvertrauten Friteuse einen ganzen Eimer voll Wasser einzusetzen.

Was er mit seiner Aktion erreichte, war, aus der kleinen Stichflamme in einer der Friteusen ein großes Feuer über zwei Friteusen zu machen. Er und seine Kollegin konnten gerade rechtzeitig an den Flammen vorbei vor den Tresen verschwinden, als auch schon die Sprinkleranlage anlief und eine Rauchschürze aus der Decke herunterfuhr. Unnötig zu erwähnen, dass die Sprinkleranlage Wasser in die brennenden Friteusen goss. Diesmal war es aber genug Wasser, sodass die Flammen ausgingen. Die Sprinkleranlage lief weiter und weiter, mindestens zehn Mintuen lang (im benachbarten Asia-Imbiss begannen die Eigentümer, mit Gummilippen das Löschwasser zurück ins Schnitzelhaus zu fegen). Die innerhalb von etwa 15 Minuten eingetroffene Feuerwehr schaltete die Sprinkleranlage und den Strom in dem Laden ab – bis dahin waren die eingeschaltete Kasse, alle Beleuchtungselemente und die Starkstromanschlüsse für die Friteusen munter beregnet worden.

Gruppe West, nur wenige Meter vor der rauchenden Ruine stehend, die eben noch das Schnitzelhaus gewesen war, reagierte instinktiv richtig: “Ich glaub’, wir gehen lieber zu Burger King.”

Uni Wien

Uni Wien: Innenhof des Hauptgebäudes

Nach diesem Schock sind wir zusammen mit Oleg+Boleg durch Wiens Innenstadt gelaufen. Dort haben wir uns historische Gebäude angeschaut – ein Stephansdom hier, ein Parlamentsgebäude dort… man kennt das! Besonders schön ist die Universität in Wien, die einen sofort so erscheint, wie die Universität Hamburg gern wäre und nie sein wird: Alt und würdevoll, trotzdem modern und gemütlich.

KillerstuhlWährend wir uns auf der sonnigen Wiesen im Innenhof entspannten, kamen wir einer Sache auf die Schliche, die nur eine Verschwörung der österreichischen Regierung sein konnte: Harmlos aussehende Klappstühle sind dazu abgerichtet, auf heimtücktische Art Deutsche abzuwerfen (siehe Foto rechts).

Nach unserem Stadtrundgang haben wir diverse Paletten Bier und eine wahnwitzige Menge Nudeln zu Oleg+Boleg geschleppt, gekocht und uns auf die Ankunft von Gruppe Nord vorbereitet. Mit kaltgestelltem Dosenbier und Schnaps konnten wir sie gegen zwei Uhr früh begrüßen und ihre Ankunft gebührend feiern.

Die nun vollständig angetreten Truppen des Großen Zangenangriffs machten sich am nächsten Tag auf, die Donauinsel zu erobern. Wir fanden eine wundervolle kleine Ecke, die wir “Papaya” tauften und zu unserem Besitz erklärten.

Papaya-Pavillon

Unsere Basis in Papaya - ja, der Pavillon soll so!

Ottakringer

Ottakringer-Dosen in ihrem natürlichen Habitat

Als die Ottakringer-Dosen wegen starker Überfischung von der Ausrottung bedroht waren, verließen wir Papaya und stellten unseren Pavillon auf einem vielbebenutzten Wander- und Fahrradweg auf. Unsere hauptsächliche Motivation war eindeutig: “Weil wir es können!”

Pavillon

Der Pavillon

Nur einmal wurde diese wertvolle Installation von einem Österreicher auf einem Fahrrad lautstark negativ bewertet: “Ihr köönt’s hier ned mitt’n am Weg an Zeelt aufschlog’n!” [Wiebke hat Recht - er sagte tatsächlich:] “Ihr köönt’s hier ned mitt’n am Weg an Zeelt aufspan’n!” Wir versichterten ihm mit großer Zuversicht, dass uns das sehr wohl gelingen würde. Leider fehlten uns Kostüme und Material, um unsere vielfältigen Ideen zum Angeblichen Zweck des Pavillons zu verwirklichen: Eine Zollstation, eine Wechselstube, ein Duty Free-Shop, eine Schweinegrippe-Kontrollstation, der Hinweis “Noch fünf Kilometer bis zum Ziel” oder ein Schlagbaum an der Grenze zu Papaya.

Die verbleibenden Ottakringer-Dosen wurde in diversen Flankyball-Spielen eingesetzt. Eine deutsche Auswahl besiegte das österreichische Nationalteam haushoch. Später haben wir noch alle zusammen Annas und mein Mitbringsel aus Tschechien – eine Flasche Becherovka – getrunken.

Neue DonauAm nächsten Tag waren wir an der Donau baden. Anna und ich haben todesmutig das “Entlastungsgerinne neue Donau” bezwungen: Wir sind hin und zurück gut 150m hinübergeschwommen. Der Tag am Wasser und in der Sonne war so schön, dass Gruppe West ihre Abreise um einen Tag nach hinten verschoben hat.

Als letzte gemeinsame Aktion – Anna und ich sind in der Nacht von Wien nach Krakau weitergefahren – haben wir für ein großes Baguette-Buffet mit Gemüse und anderen Leckereien eingekauft. Dafür haben wir uns Laborkittel angezogen und sind mit Klemmbrett, Taschenrechner und Schutzbrille (Kreipe dabei barfuß, ich in Jesuslatschen) durch die Supermärkte gezogen.

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Prof. Kreipe überprüft die Einkaufsliste

Gemuesepreise

Dr. Büker evaluiert Gemüsepreise

Baguettetransport

Baguettetransport

So! Das war’s für heute von uns. In den nächsten Tagen haben wir hoffentlich Spannendes aus Krakau zu erzählen!








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